Bunker in den Dünen bei Zandvoort suchen

In den Dünen rund um Zandvoort liegen ungefähr vierhundert Bunker. Die meisten siehst du nicht: Sie liegen unter dem Sand, sind zugemauert oder teilweise eingestürzt. Einige stehen noch offen in der Landschaft, mit Namen und allem, und nach diesen kannst du selbst suchen.

Wo du startest, hängt davon ab, wie du anreist. Die größte Ansammlung liegt in den Amsterdamse Waterleidingduinen, und dort darfst du nicht Fahrrad fahren. Im Nationaal Park Zuid-Kennemerland, nördlich von Zandvoort, ist Radfahren erlaubt. Dieser Unterschied bestimmt deinen ganzen Tag.


Inhaltsverzeichnis:

  1. Wie viele Bunker liegen bei Zandvoort?
  2. Warum die Dünen hier voller Beton sind
  3. Die Waterleidingduinen: die größte Ansammlung
  4. Achtung: In den Waterleidingduinen darfst du nicht Fahrrad fahren
  5. Zuid-Kennemerland: Hier darfst du an den Überresten vorbeiradeln
  6. Der Bunker auf dem Kopje van Bloemendaal
  7. So kommst du von Zandvoort dorthin
  8. Eintritt, Öffnungszeiten und Kosten
  9. Welches Fahrrad ist dafür geeignet?
  10. Was solltest du mitnehmen und worauf solltest du achten?
  11. Auf eigene Faust suchen oder mit einem Guide losziehen?
  12. Häufig gestellte Fragen

Wie viele Bunker liegen bei Zandvoort?

Ungefähr vierhundert, und mit Abstand die meisten liegen in den Amsterdamse Waterleidingduinen. Diese Zahl wird sowohl von Visit Zandvoort als auch von Waternet selbst und von Bezoek Atlantikwall genannt, du kannst also davon ausgehen, dass sie stimmt.


Das bedeutet nicht, dass du vierhundert davon besichtigen kannst. Nach dem Krieg wurde ein großer Teil abgerissen oder zugemauert, und was übrig blieb, wurde im Laufe der Jahre vom Dünensand begraben oder stand unter Wasser. In der Praxis siehst du Betondächer, die knapp aus einem Dünenhang ragen, einen zugemauerten Eingang in einer Sandwand oder einen Block, der dort liegt, als hätte ihn jemand einfach fallen lassen.


Einige sind deutlich zu erkennen und haben sogar einen Namen bekommen. Der Tonneblink ist eine ehemalige Geschützstellung, die heute als Winterquartier für Fledermäuse dient. Den Keukenbunker erkennst du an drei Schornsteinen auf dem Dach, denn dort wurde für die Soldaten gekocht. Der Rest trägt einfach eine Nummer: Bunker 34, 38, 55, 65, 66, 70, 71 und 75 liegen alle an der offiziellen Route.

Warum die Dünen hier voller Beton sind

Die Bunker gehören zum Atlantikwall, einer etwa fünftausend Kilometer langen Verteidigungslinie, die von Nordnorwegen bis zur spanischen Grenze verlief. Hitler gab am 14. Dezember 1941 den Befehl zu ihrem Bau. Die Niederlande lagen im mittleren Abschnitt und galten als anfällig für eine Landung aus England, daher wurde ab 1942 entlang der Nordseeküste in hohem Tempo gebaut.


Für Zandvoort hatte das harte Folgen. Im Mai 1942 wurde der Strand zum Sperrgebiet erklärt, und kurz darauf erhielt der größte Teil der Bevölkerung einen Evakuierungsbefehl. Etwa siebenhundert Häuser und Hotels wurden abgerissen, um ein freies Schussfeld zu schaffen. Im Juni 1943 wurde das gesamte Küstengebiet zum Sperrgebiet: verbotenes Gelände, auch für Niederländer.


Die Zahlen aus der Nachkriegszeit zeigen, wie gründlich das geschah. Von den 3.135 Häusern, die Zandvoort zählte, waren 683 unbeschädigt. Im benachbarten Velsen gingen viertausend Häuser verloren – fast ein Drittel des gesamten Wohnungsbestands. Am Strand standen Tausende Holzpfähle, oft mit Minen daran, und es lagen Dutzende Kilometer Stacheldraht.



Rund um die Golfplätze des Kennemer Golf & Country Club wurden allein etwa 130 Bunker zur Unterbringung von Soldaten gebaut. Die Wehrmacht nutzte das Clubhaus als Hauptquartier. Bezoek Atlantikwall berichtet außerdem, dass der Schutt der abgerissenen Häuser später als Fundament für die Rennstrecke diente und dass im Dünengebiet Abschussrampen für V1-Raketen lagen.


Diese Geschichte macht einen Spaziergang an ein paar Betonblöcken plötzlich viel weniger abstrakt. Du läufst nicht durch ein zufällig verwildertes Stück Natur, sondern durch das, was einst eine Militärzone war, in die die Bewohner deines Urlaubsortes nicht durften.

Die Waterleidingduinen: die größte Ansammlung

Waternet hat eine ausgeschilderte Bunkerroute durch die Amsterdamse Waterleidingduinen. Sie ist fünf Kilometer lang, dauert etwa zwei Stunden und beginnt am Eingang an der Zandvoortselaan. Das Routenheft kostet einen Euro und ist im Besucherzentrum erhältlich.


Unterwegs kommst du an den oben bereits genannten Bunkern vorbei, und die Route führt zugleich über die schönsten Dünenkuppen des Gebiets. Der Rozenberg ist mit sechsunddreißig Metern der höchste. Der Appelenberg ist fünfunddreißig Meter hoch und trägt den Spitznamen Col du Cousin, während der Ezelenberg siebenundzwanzig Meter erreicht. Auch der Wasserbrunnen Nummer sechs liegt an der Route, denn das Gebiet wird noch immer ganz normal für die Trinkwasserversorgung Amsterdams genutzt.


Stell dich darauf ein, suchen zu müssen. Einige Bunker sind so stark überwuchert, dass du zweimal an ihnen vorbeiläufst, bevor du sie bemerkst – und genau das macht den Reiz aus. Nimm das Heft mit, denn ohne Hinweise verpasst du die Hälfte.

Du kannst die offizielle Bunkerroute der Waterleidingduinen vorab ansehen, um zu sehen, wo du genau vorbeikommst.

Achtung: In den Waterleidingduinen darfst du nicht Fahrrad fahren

Hier stoßen die meisten Besucher auf ein Problem. Die Amsterdamse Waterleidingduinen sind ausschließlich zu Fuß zugänglich. Es gibt keine Radwege durch das Gebiet, und das ist keine Frage der Kontrolle, sondern eine bewusste Regelung: Es handelt sich um ein Wasserschutz- und Naturschutzgebiet, und Fahrräder passen dort nicht hinein.


Das muss deinen Plan nicht zunichtemachen. Du fährst von Zandvoort zum Eingang, stellst dein Fahrrad am Fahrradständer bei Panneland an der Zandvoortselaan ab und gehst die Route zu Fuß. Der Eingang Oase bei Vogelenzang funktioniert genauso. So bekommst du das Beste aus beiden Welten: Du gelangst ohne Auto und Parkplatzstress an den Dünenrand und läufst den Abschnitt, um den es wirklich geht.


Was du in diesem Gebiet darfst und was nicht, haben wir ausführlicher im Abschnitt über das Radfahren in den Amsterdamse Waterleidingduinen ab Zandvoort erklärt – einschließlich der Runden, die du um das Gebiet herum fahren kannst.


Zuid-Kennemerland: Hier darfst du an den Überresten vorbeiradeln

Nördlich von Zandvoort liegt der Nationaal Park Zuid-Kennemerland, und dort sieht die Geschichte anders aus. Durch diesen Park führen ganz normale Radwege, und auch hier stehen Überreste des Atlantikwalls.


Der Park nennt selbst eine Handvoll Objekte beim Namen. Im Kraansvlak und im Midden-Herenduin befinden sich zwei Walzkorpersperren, rollende Blocksperren, die eine Straße für Fahrzeuge versperren sollten. Im Midden-Herenduin liegt außerdem ein Panzergraben. Darüber hinaus gibt es eine Panzerabwehrmauer mit einem dazugehörigen Tobruk, einem kleinen runden Gefechtsstand für ein oder zwei Personen, sowie einen Feuerleitbunker im Heerenduin. Bei Groot Olmen befand sich ein Übungsgelände.


Diese Objekte liegen verstreut und nicht alle direkt an einem Radweg, daher kombinierst du die Tour mit einem kurzen Fußweg. Der große Unterschied zu den Waterleidingduinen besteht jedoch darin, dass du hier durch das Gebiet radeln kannst, statt außen herumzufahren. Wer keine Lust auf zwei Stunden Wandern hat, findet hier die angenehmere Variante.

Die Routen, die von Zandvoort aus in diesen Park führen, werden im Abschnitt über das Radfahren durch den Nationaal Park Zuid-Kennemerland beschrieben.

Der Bunker auf dem Kopje van Bloemendaal

Es gibt ein erhaltenes Betonbauwerk, das du fast ohne Umweg mitnehmen kannst: den Bunker auf dem Kopje van Bloemendaal. Das Kopje ist die bekannte Aussichtsdüne oberhalb von Bloemendaal aan Zee und einer der wenigen Orte, an denen Kriegsgeschichte und eine gute Aussicht auf demselben Hügel zusammentreffen.


Wer den Bunkertag kurz halten möchte, hat hier die einfachste Möglichkeit: Du fährst hin, steigst nach oben, blickst über die Dünen in Richtung Haarlem und Nordsee und bist innerhalb einer Stunde wieder in Zandvoort. Im Abschnitt über das Kopje van Bloemendaal steht, wie du dorthin kommst und welcher Anstieg dich erwartet.


So kommst du von Zandvoort dorthin

Zu den Waterleidingduinen fährst du vom Ort aus über die Zandvoortselaan in Richtung Bentveld. Dieser Straße folgst du einfach geradeaus; der Eingang Panneland liegt auf der rechten Seite und ist ausgeschildert. Am Eingang gibt es einen Fahrradstellplatz. Wenn du in die andere Richtung fährst, gelangst du über Vogelenzang zum Eingang Oase – eine längere, aber ruhigere Strecke.


Nach Zuid-Kennemerland fährst du nach Norden. Vom Boulevard aus nimmst du die Strecke in Richtung Bloemendaal aan Zee und biegst dort über den Zeeweg ins Dünengebiet ab. Ab diesem Punkt stehen dir alle Richtungen offen: nach Overveen, zum Kopje oder weiter in den Park in Richtung Santpoort.



Beide Touren sind kurz genug, um ihnen statt eines ganzen Tages nur einen Vormittag oder Nachmittag zu widmen. Wenn du unsicher bist, welche Richtung du wählen sollst, entscheide dich für Zuid-Kennemerland, wenn du vor allem radeln möchtest, und für die Waterleidingduinen, wenn du hauptsächlich Bunker sehen willst.


Eintritt, Öffnungszeiten und Kosten

Für die Amsterdamse Waterleidingduinen brauchst du eine Eintrittskarte. Laut Visit Zandvoort kostet sie 1,50 Euro für alle ab achtzehn Jahren; wenn du trotzdem mit dem Auto kommst, zahlst du zusätzlich zwei Euro pro Tag für eine Parkkarte. Das Gebiet ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Preise können sich ändern, prüfe sie daher vor deiner Abfahrt auf der Website der Waterleidingduinen.


Wenn du mit dem Fahrrad kommst, entfällt die Parkgebühr. Das spart nicht nur Geld, sondern vor allem Stress, denn die Parkplätze an den Düneneingängen sind an schönen Tagen schnell voll.


Für den Nationaal Park Zuid-Kennemerland gibt es keine Eintrittskarte für das gesamte Gebiet. Für bestimmte Bereiche und organisierte Ausflüge gelten jedoch eigene Regeln. Informiere dich daher vorher, was an diesem Tag angeboten wird.

Welches Fahrrad ist dafür geeignet?

Für die Fahrt zur Zandvoortselaan reicht ein normales Stadtrad völlig aus. Die Strecke ist flach und befestigt, und du musst nur bis zum Eingang fahren.


Für Zuid-Kennemerland ist die Lage anders. Der Zeeweg führt bergauf, in den Dünen weht fast immer Wind, und die Wege gehen bergauf und bergab. Ein E-Bike macht dort einen großen Unterschied, besonders wenn du in einer Gruppe unterwegs bist, in der nicht alle gleich schnell treten. Auf den lockeren Sandwegen am Rand ist wiederum ein Fatbike mit breiten Reifen angenehmer als ein Fahrrad mit schmalen Reifen.


Wenn du nicht weißt, welches Fahrrad du brauchst, schau bei unserer Fahrradvermietung in Zandvoort vorbei oder komm einfach herein. Wir überlegen gemeinsam, wohin du fahren möchtest und welches Fahrrad dafür geeignet ist.

Was solltest du mitnehmen und worauf solltest du achten?

Nimm das Routenheft mit, wenn du die Bunkerroute gehst, denn die meisten Bunker findest du ohne Hinweise nicht. Außerdem: Wasser, denn in den Waterleidingduinen gibt es keine Geschäfte, und Schuhe, die sandtauglich sind.


Klettere nicht in oder auf die Bunker. Einige sind instabil, und in mehreren Bunkern überwintern Fledermäuse. Sie reagieren empfindlich auf Licht, Lärm und Wärme, und ein gestörter Winterschlaf kostet eine Fledermaus Energie, die sie nicht wieder auffüllen kann. Bleib daher draußen, auch wenn ein Eingang offen aussieht.


Hunde dürfen nicht mit in die Amsterdamse Waterleidingduinen. In Zuid-Kennemerland gelten je nach Teilgebiet unterschiedliche Regeln. Informiere dich daher, bevor du mit deinem Hund losziehst.


Der Herbst und der Winter sind ehrlich gesagt die besten Jahreszeiten dafür. Die Vegetation ist dann niedriger, sodass du mehr Beton siehst als im Sommer, und es ist deutlich ruhiger.

Auf eigene Faust suchen oder mit einem Guide losziehen?

Auf eigene Faust kannst du das ganze Jahr über losziehen; du zahlst lediglich den Eintritt und das Routenheft. Du bestimmst dein eigenes Tempo und kannst die Route verkürzen, wenn das Wetter oder die Kondition nicht mitspielen.

Es werden auch geführte Wanderungen angeboten. Laut Visit Zandvoort finden sie von März bis einschließlich Juni jeden Mittwoch statt. Ein privater geführter Rundgang kostet zehn Euro pro Person, zuzüglich Eintritt in die Dünen. Mit einem Guide bekommst du die Geschichte dazu erzählt und siehst Bunker, die du allein wahrscheinlich übersehen hättest.


Wenn du mit Kindern unterwegs bist, funktioniert die eigene Suche meist besser als eine Führung. Aus der Bunkersuche lässt sich leicht eine Schnitzeljagd machen, und du kannst jederzeit eine Pause einlegen.


Häufig gestellte Fragen

Kannst du die Bunker bei Zandvoort von innen besichtigen?

Meistens nicht. Die meisten Bunker wurden nach dem Krieg zugemauert oder abgerissen, und die noch offenen Bunker dienen oft als Fledermausquartiere und sind mit einem Gitter verschlossen. Du kannst sie also nur von außen ansehen. Bei organisierten Ausflügen wird manchmal eine Ausnahme gemacht.

Wie viele Bunker liegen in den Amsterdamse Waterleidingduinen?

Ungefähr vierhundert. Ein großer Teil davon ist nicht sichtbar, weil er unter Sand oder Wasser liegt. Die ausgeschilderte fünf Kilometer lange Bunkerroute führt dich an den Exemplaren vorbei, die du tatsächlich finden kannst.

Kannst du mit dem Fahrrad zu den Bunkern fahren?

Bis zum Düneneingang schon, danach nicht mehr. In den Amsterdamse Waterleidingduinen darfst du nicht Fahrrad fahren; du stellst dein Fahrrad am Eingang ab und gehst zu Fuß weiter. Im Nationaal Park Zuid-Kennemerland kannst du dagegen in das Gebiet hineinfahren und unterwegs an den Überresten des Atlantikwalls vorbeikommen.

Was kostet eine Eintrittskarte für die Waterleidingduinen?

Visit Zandvoort nennt 1,50 Euro pro Person ab achtzehn Jahren. Kinder haben freien Eintritt. Wenn du mit dem Auto kommst, fallen zusätzlich zwei Euro Parkgebühr pro Tag an. Prüfe vor deiner Abfahrt die aktuellen Preise.

Ist die Bunkerroute für Kinder geeignet?

Ja, fünf Kilometer über Dünenwege sind für die meisten Kinder gut zu schaffen, und die Suche nach halb versteckten Bunkern fühlt sich wie eine Schnitzeljagd an. Bedenke, dass der Weg bergauf und bergab führt und mit einem Kinderwagen nicht begehbar ist.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Im Herbst und Winter. Die Vegetation ist dann niedrig, sodass du mehr vom Beton siehst, und in den Dünen ist es ruhiger. Geh im Sommer früh am Tag los – dann ist es kühler und die Wege sind weniger voll.